Wir sagen Danke liebe Eva.

Eva Bohn ist »un­glaub­lich glück­lich«. Ihr Cha­ri­ty-Golf­tur­nier in Hös­bach-Feld­kahl hat    11 400 Eu­ro ge­bracht. Da­mit un­ter­stützt die 57-Jäh­ri­ge die Er­for­schung der Amyo­tro­phen La­te­ralsk­le­ro­se, aber auch Men­schen, die an die­ser un­heil­ba­ren Er­kran­kung des mo­to­ri­schen Ner­ven­sys­tems lei­den. Eva Bohn, die in Sch­nep­pen­bach lebt, er­hielt die Diag­no­se ALS im Ok­tober vo­ri­gen Jah­res.

Ein Todesurteil sei diese Diagnose, schreibt Eva Bohn. Aufgeben ist ihre Sache dennoch nicht. Sie will kämpfen, für andere ALS-Kranke, will aufklären über diese Erkrankung, die weitgehend unbekannt ist. So vermisste Eva Bohn jetzt in etlichen Medienberichten über den Tod des US-Dramatikers und Schauspielers Sam Shepard den Hinweis, dass der 73-Jährige an den Folgen einer Amyotrophen Lateralsklerose starb.

Eva Bohn hat ihre Erkrankung, der eine intensive Brustkrebstherapie vorausgegangen war, öffentlich gemacht, hat in diesem Januar unserer Redaktion für eine Artikelserie über seltene Krankheiten Rede und Antwort gestanden – und einen Blog im Internet eingerichtet.

»Stirb nicht vor dem Tod«

Hier klärt sie über ALS auf, berichtet vom Kummer über verlorene Fähigkeiten, von der zunehmenden Bewegungslosigkeit, mit dem ihr eigenen Humor aber auch von den Momenten der Lebensfreude. »Stirb nicht vor dem Tod«, hat die Schneppenbacherin ihren Blog genannt.

Am Herzen liegt ihr die Erforschung der seltenen und nach wie vor unheilbaren Erkrankung. »Die eigentliche Ursache ist noch nicht bekannt, therapeutisch kann ALS bisher nur verzögert, nicht geheilt werden«, schreibt Eva Bohn. Sie will die Krankheit bekannter machen. »Jeder spendet für Krebs …«

Für die Charité und Erkrankte

Ihre Idee, mit Freunden ein Benefiz-Golfturnier in Hösbach-Feldkahl auszurichten, kam nicht von ungefähr. Eva Bohn war selbst begeisterte Golferin. Dass bei dem Turnier 11 400 Euro zusammenkamen, freut die 57-Jährige sehr. Ein Teil des Geldes ging an die Berliner Universitätsklinik Charité zur Unterstützung der ALS-Forschung, der andere Teil an den Verein »Chance zum Leben ALS«, der sich um die Bedürfnisse von Erkrankten kümmert.

Froh ist Eva Bohn über die Unterstützung ihrer ALS-Initiative: Der Vorstand des Aschaffenburger Golfclubs stellte ihr für das Benefizturnier seinen »Preis der Vorstandschaft« zur Verfügung. Die Aschaffenburger Zahnärztin Stefanie Deinzer steuerte eine Zahngoldspende bei.

Logistische Herausforderung

Eva Bohn, die zwei Kinder und zwei Enkel hat, ist gerade mit ihrem Mann Matthias von einer Nordkap-Kreuzfahrt zurück. »Eine logistische Herausforderung«, sei diese Reise gewesen, berichtet sie. Gebucht hatte das Ehepaar die Schiffsreise, als Eva Bohn noch laufen konnte. Inzwischen braucht sie einen Rollstuhl, die vier Behindertenkabinen aber waren längst vergeben. »Es war nicht einfach«, schreibt Eva Bohn. »Aber ich bin glücklich, den Mut gehabt zu haben, das durchzuziehen.«

Die Kreuzfahrt sei jede Mühe wert gewesen. »Man darf einfach nicht vorher aufgeben!«

Quelle main-echo.de

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